Ein funktionierendes Netzwerk ist immer noch der beste Weg zu einem neuen Job, neuen Kunden oder mehr Bekanntheit. Doch arbeiten deine Profile auf den business Netzwerken bereits für dich? Oder sind sie ein vernachlässigtes Stiefkind, dass deinem Erfolg im Wege steht?
Im heutigen Artikel möchte ich dir zeigen, wie du das Beste aus deinen Profilen machst. Und damit die Wahrnehmung deiner Marke stärkst.
Selbstversuch. Jetzt!
Was findest du auf Seite 1, wenn du deinen eigenen Namen googelst?
Lass mich raten: Zuerst ein paar Profile auf sozialen Netzwerken: Facebook, XING, LinkedIn, Twitter. Dazwischen vielleicht deine Homepage, oder Seiten, auf denen du mal etwas veröffentlicht hast. Was sagt uns das?
Wer sich für dich und deinen Namen interessiert, stößt als erstes auf deine sozialen Profile. Und es interessieren sich eine Menge Menschen für andere Leute. 30% aller Google Suchanfragen pro Monat haben einen geschäftlichen Hintergrund. Das entspricht einer Anzahl von rund 300 Millionen, übrigens.
Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand deinen Namen googelt um dir einen Job oder eine Kooperation vorzuschlagen, ist also äußerst hoch. Nicht auszudenken was potenzielle Kunden von dir halten, wenn sie dabei als erstes auf ein eingestaubtes Profil stoßen. Am besten mit Foto aus den 90ern.
Es geht um mehr, als nur um Jobs
Kurz zur Begrifflichkeit: Wenn ich von Jobsuche u.ä. in diesem Artikel spreche, dann meine ich nicht nur die klassischen Jobangebote. Für uns, die die meisten hier selbstständig sind, sind die klassischen Jobangebote natürlich völlig uninteressant.
Die sozialen Netzwerke sind es jedoch nicht: Sie verschaffen uns neue Kunden, gute Kooperationen oder Kontakte die wir brauchen, um unsere Ziele zu erreichen.
Finde deine Plattform
Welches business Netzwerk für dich Sinn macht, hängt natürlich von deiner Zielsetzung ab.
Wenn du einen Job in Großbrittannien suchst, wird dir das internationale LinkedIn besser helfen als das deutsche Pendant XING. Auch Facebook wird häufig zur Vernetzung und Planung von Kooperationen gebraucht. Sehen wir uns zum Thema auch noch mal eine Statistik aus dem Sommer 2014 an.
Heute betrachte ich mit dir das wohl vor allem in Deutschland bekannte Netzwerk XING. Was kannst du hier für dich herausholen?
Übrigens: In meinem Artikel betrachte ich nur die kostenlosen Funktionen und Möglichkeiten. Selbstverständlich lassen sich alle Tipps, Tricks & Kniffe, zumindest die, die den Inhalt betreffen, auch auf verwandte Netzwerke wie LinkedIn übertragen.
XING – Schritt 1 | Die Begrüßung
Angenommen, dein potenzieller Kooperationpartner findet dein XING-Profil in Google. Er klickt darauf. Und dann?
Wo holst du ihn ab?
Versuchst du ihn mit deinem Lebenslauf oder mit dem Zitat einer anderen Größe zu begeistern? Besser nicht. Ideal ist es, du empfängt ihn mit deinem Portfolio. Mit dem was du kannst.
Die wenigstens Menschen interessiert, wo du zur Schule gegangen bist oder wer der Chef in deiner Ausbildung war. Was du heute machst und was du heute anbieten kannst, hat weitaus höhere Relevanz.
Das ist doch mal eine Begrüßung! 🙂
Ich sage hallo, präsentiere meine Marke und biete in den nächsten Schritten immer noch Lebenslauf, Schulnoten und anderen formellen Quatsch an. Deshalb: Nutze deine Portfolio-Seite, statte Sie mit Fotos, Videos, PDFs oder sinnvollem Text aus und sage gleich, wer du bist und was du kannst. Außerdem ist es sinnvoll, einen Link zu den eigenen Angeboten zu posten.
Eine schöne Liste von gut gestalteten XING-Portfolios gibt es hier auf Pinterest. Lass dich inspirieren und mach’ dein Portfolio zur eigenen Anschlagtafel!
Um dein Portfolio als Startseite einzustellen, musst du in deine Einstellungen gehen. Dort gibt es die Option das Portfolio als erstes anzeigen.
Schritt 2 | Die Einleitung
Im oberen Teil des klassischen XING-Profils finden sich die harten Fakten. Name, aktueller Arbeitsort, die eigene Aktivität, das Zitat. Am allerwichtigsten jedoch: Das Foto.
Komischerweise entwickeln gerade beim Profilfoto viele Leute eine ungeahnte Kreativität. Ich rate dir: Tu das einfach nicht. Jedes Netzwerk hat seine Regeln. Bei XING ist die: Businessfoto hochladen. Egal wie cool und rebellisch du wirken willst, häufig geht das einfach nur nach hinten los.Nimm ein professionelles Foto, das geschäftstauglich ist. Kein Urlaubsschnappschuss, kein Selfie, kein Foto im Bad. Du musst nicht zwangsläufig Anzug tragen und gephotoshopped sein. Aber seh wie jemand aus, dem man (ver)trauen kann. Zeige deine professionelle Seite!
Bei deiner Jobbeschreibung solltest du etwas angeben, was man direkt versteht. Keine mystischen oder scheinbar witzigen Eigenkreationen. Am Arbeitsort kannst du auch als Selbstständiger deine eigene Marke angeben. Das stärkt sie, macht seriös und groß.
Für das Zitat empfiehlt es sich, kurz und knackig zu bleiben. Bring’ dein Angebot auf den Punkt. Nicht vergessen: Der Link zur eigenen Website. So verlierst du einen potenziellen Kunden nicht auf XING, sondern nimmst ihn gleich mit in deine Onlinewelt. Dort wird er immer noch am besten beraten.
Außerdem sinnvoll: Kontaktdaten hinterlegen! Auch in einer digitalisierten Welt gibt es Menschen, die lieber anrufen als E-Mails schreiben. Ihnen solltest du entgegen kommen.
Darüber hinaus empfiehlt es sich in den Einstellungen zu überprüfen, ob das Profil auch außerhalb von XING sichtbar ist. Das sollte es! Denn was nützt ein tolles, bereits angeklicktes Profil, wenn man nichts davon sehen kann?
Schritt 3 | Ich suche / Ich biete
Aberwitzige Romane sieht man manchmal in dieser Sektion des XING-Profils. Das empfiehlt sich aber nicht. Denn: Die von dir eingegeben Keywords helfen, in der XING-Suche besser gefunden zu werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn du auch Keywords eingibst. Und keine ganzen Sätze.
Ich empfehle auch hier kurz und knackig zu bleiben. Niemand will 30 Keywords lesen. Aber 5 – 10 sehr gerne! Sortiere Sie nach deinen Kernfähigkeiten. Klar kann ich unter “Ich biete” als Grafikdesignerin “Kreativität” angeben. Aber wirkt das besonders kreativ? Beweist das meine Kreativität? Weder noch. Halte dich deshalb von Worthülsen fern, die ohnehin nichts bedeuten.
Nutze die “Vorschlagfunktion” von XING, wenn du beginnst ein Wort einzutippen. Dir werden dann einige Alternativvorschläge gezeigt, die in der Suche häufiger vorkommen. Wähle aus solchen Vorschlägen aus! Oder nutze die Funktion, um Worte zu finden, die zu dir und deinem Angebot passen.
Schritt 4 | Verknüpfe soziale Kanäle
Eine gute Möglichkeit aktiv auf XING zu bleiben, ohne viel dafür zu tun, ist das Verknüpfen anderer Kanäle. Unter dem Reiter “Weitere Profile im Netz” kannst du nahezu alles verlinken und unterbringen. Tweets und Blogposts werden sogar direkt in deinem Profil angezeigt.
Das tolle daran: Wenn ein neuer Blogartikel veröffentlicht wird, werden Geschäftskontakte gleich auf ihrer Pinnwand darüber informiert. Das erhöht nicht nur die Reichweite deiner Artikel, sondern stärkt auch deinen Expertenstatus und deine Wahrnehmung als Marke. (Sofern du sinnvolle Inhalte produzierst.)
Übrigens: Deinen Lebenslauf solltest du natürlich nicht vergessen! (Das habe ich auch nicht!) Es dürfte allerdings klar sein, dass er gut strukturiert und wahrheitsgemäß sein muss. Falls du Referenzen hinzufügen kannst, ist das Gold wert!
Kein Profil ist immer noch besser als ein schlechtes
Wenn dir für Portale wie XING und co. Zeit, Lust und Motivation fehlt, und du es nur alle paar Jahre entstaubst, lösch’ es lieber! Nichts ist rufschädigender als ein Profil mit einem merkwürdigen Foto, nicht mehr aktuellen Angaben und keinen Kontakten.
Warum trotz tollem Profil nichts passiert
Soziale Netzwerke heißen deshalb “sozial” weil sie mit Menschen zutun haben. Egal wie schön und informativ dein Profil ist, einrennen wird man es dir wahrscheinlich nicht. Wichtig ist, dass du das Potenzial deines guten Profils auch nutzt.
Binde dein XING-Profil in deiner Signatur ein. Sieh deine Visitenkartensammlung durch und füge zu deinem XING-Netzwerk hinzu, wen du kennst. Selbst wenn du nur E-Mail Kontakt zu Geschäftsleuten hast, kann es nicht schaden, sich auch auf XING zu vernetzen. Man weiß nie.
Außerdem sind XING-Gruppen und das posten in Veranstaltungen sinnvoll, um wertvolle Kontakte zu knüpfen. Um etwas aus deinem Netzwerk zu bekommen, musst du auch etwas hinein geben!
Ein guter Zeitpunkt um anzufangen? Jetzt!
Ich weiß, sowas schiebt man gerne vor sich her. Deshalb: Fange jetzt an dein Profil zu aktualisieren und aufzumotzen. Und vernetze dich doch mit mir! So hast du gleich einen neuen Kontakt in deiner Liste. Wenn das keine Motivation ist?
Hast du bereits Erfahrungen mit XING und co. gemacht, die du mit uns teilen kannst? Was sind deine Tipps für erfolgreiches netzwerken im Internet? Ich freue mich auf deine Ergänzungen!
Liebe Tamara,
dass ist wirklich mal ein toller Beitrag, den ich persönlich sehr gelungen und hilfreich finde! Die Tipps sind hilfreich und umsetzbar. DANKE 🙂
Liebe Grüße Jacky
Oh, das ist aber nett, danke Jacky! 🙂 Ich freu mich, wenn’s dir weiterhilft!
Liebe Grüße
Tamara
Liebe Tamara,
vielen Dank für diesen tollen und hilfreichen Beitrag. Ich schiebe es die ganze Zeit vor mir her aber heute werde ich es tun!
Mein Xing Profil erstellen. 🙂
Danke dir dafür.
Lg Nikoleta
Hallo Nikoleta,
danke, dass freut mich! Ich drück dir alle Daumen, das es heute mit dem guten Vorsatz klappt. Aber was sollte nach dem Artikel noch schief gehen? 😉
Liebe Grüße aus Berlin,
Tamara
Finde deine Tipps wirklich gut, ich kann mich aber mit Xing irgendwie einfach trotzdem nicht anfreunden. Ich hab’s versucht und ich weiß auch, dass es mir besonders in der Zukunft wahrscheinlich den ein oder anderen Kontakt vermitteln könnte, aber ich finde Xing für ein soziales Netzwerk doch recht steif.
(Liegt wahrscheinlich gerade daran, dass es nur für Arbeitskontakte genutzt wird und entsprechend das Hauptaugenmerk der Macher & Nutzer ganz auf diesem Superseriösen liegt, dem ich persönlich halt nicht viel abgewinnen kann. Auch wenn ich ab einem bestimmten Zeitpunkt sicher davon Gebrauch machen werden muss. Vielleicht fällt’s mir mit deinen Tipps dann ja leichter. 😉 )
LG Julia
Hallo Julia,
wenn du mit XING gar nichts anfangen kannst, ist das auch in Ordnung. Wenn du deine Kunden auch über andere Kanäle oder Netzwerke erreichst, ist XING kein muss. Dann würde ich nur dafür sorgen, dass es eben kein “halbgares” Profil von dir gibt, sondern eben gar keins. Das ist auch ok! Bei der Fülle an Netzwerken kann man auch einfach nicht überall sein.
Liebe Grüße
Tamara
Stimmt schon. Ganz oder gar nicht, sagt man ja so schön 😉 Ich werd mal sehen, ob und wie ich vielleicht zunächst ohne voran komm’ 🙂
Liebe Tamara, wirklich gelungen dieser Artikel und er inspiriert mich, mich doch mal mit meinem Profil zu beschäftigen du schreibst sehr angenehm und inspirierend und bringst es gut auf den Punkt. Lieben Dank und alles Liebe für dich
Jutta
Hallo Jutta,
oh, vielen Dank für dein Lob! 🙂 Das freut mich! Schön, wenn ich ein bisschen Inspiration bieten konnte.
Liebe Grüße
Tamara
Gute Tipps, die mir sicherlich zukünftig auf XING helfen werden . Besonders das Verknüpfen sozialer Kanäle hätte ich wohl nicht bedacht und finde es sinnvoll, dass man Kontakte so immer auf dem Laufenden halten kann. XING birgt zumindest meiner Meinung nach ein größeres Potential zur Vernetzung mit Neukunden oder Unternehmen als andere soziale Medien wie Facebook, da ich dort eher Probleme hatte, geeignete unternehmensrelevante Gruppen zu finden.
Hallo Lukas,
freut mich, dass der Artikel dir auch neue Aspekte von XING gezeigt hat. Welches Netzwerk das Beste für einen ist, hängt natürlich auch vom Beruf und Zielgruppe ab. Wer kann, so finde ich, sollten auf jeden Fall mehrere Plattformen bedienen und die jeweilige Vor- und Nachteile abschöpfen. 🙂
Liebe Grüße
Tamara
Liebe Tamara,
vielen Dank für deine hilfreichen Tipps!
Davon kann ich nie genug haben als Erinnerungshilfe:-)
Viel Erfolg wünsche ich dir.
Herzlichst
Soheila
Gerne Soheila,
hoffentlich kommt’s auch nur zur Umsetzungen! 😉
Liebe Grüße aus Berlin,
Tamara